Neue Gesichter im CDU-Bezirksvorstand

13.07.2018

KAPPELN Der Kappelner Bezirksverband der CDU hat seinen Vorstand umgekrempelt. 

Nicht vollständig, und auch nicht auf der prägendsten Position, aber doch so, dass er einige der Veränderungen, die die Kommunalwahl mit sich gebracht hat, spiegelt.

Zu Beginn allerdings blickte die Vorsitzende Corinna Graunke zurück auf die vergangenen Monate, die, das betonte sie, „stark geprägt waren von den Vorbereitungen zur Wahl“. Obwohl man sämtliche Mitglieder kontaktiert habe, um abzufragen, wer in welchem Maße bereit sei, kommunalpolitisch mitzuarbeiten, sei man schnell auf Probleme gestoßen. „Es ist schwieriger geworden, Menschen dafür zu gewinnen, Arbeit und Verantwortung zu übernehmen“, sagte Graunke. Ungeachtet dessen sei es gelungen, acht Neu-Mitglieder zu rekrutieren, von denen sich fünf als Direktkandidaten bei der Wahl zur Verfügung stellten – und auch in allen Fällen ihr Direktmandat gewannen. Dass es für zwei der bisherigen Stadtvertreter, Volker Ramge und Graunke selbst, nicht gereicht hatte, nannte die Vorsitzende „im ersten Moment einen Schock“, schickte dann aber hinterher: „Entscheidend ist für uns, dass wir als einzige Partei die Kraft zur Erneuerung und zur Verjüngung aufgebracht haben.“

Dass der Bezirksverband derweil auch gerne an Bewährtem festhält, bewies er im Anschluss bei den fälligen Vorstandswahlen, die laut Satzung geheim ablaufen. Vorsitzende Corinna Graunke musste zwar zwei Nein-Stimmen hinnehmen, 14 Stimmberechtigte wollten sie jedoch im Amt belassen. Ihr neuer Stellvertreter ist der Fraktionsvorsitzende Sven Becker, der 15 Ja-Stimmen und eine Enthaltung erhielt. Schatzmeister Horst Trauzettel, sein Stellvertreter Thomas Grohmann, Schriftführer Gunther Hoeschen, Mitgliedsbeauftragter Karsten Poppner und die Beisitzer Peter-Martin Dreyer, Hülya Hellmanns und Andreas Scheller wurden jeweils einstimmig gewählt. Zuvor hatte es allerdings kurze Irritationen gegeben, da die scheidende Beisitzerin Marta Kraft statt des vom Vorstand vorgeschlagenen Andreas Scheller als ihrem Nachfolger Hülya Hellmanns ins Spiel brachte. Um eine Kampfabstimmung zu vermeiden, erhöhte man satzungskonform die Zahl der Beisitzer.

Gast der Versammlung war Landes-Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack, die sich inhaltsreich und auf angenehm unaufgeregte Weise durch die Themenvielfalt der Landesregierung arbeitete. Sütterlin-Waack sprach unter anderem über Haushalt („Wir werden in diesem Jahr keine schwarze Null schaffen.“), Bildung, Sicherheit, Windenergie, Digitalisierung, Infrastruktur („Der Straßenbau wurde immens vorangetrieben.“), Pflege sowie die grundsätzliche Stimmung in der Jamaika-Koalition („Das Grundvertrauen ist da.“). Dem Kappelner Bezirksverband attestierte sie zudem „ein besonderer“ zu sein. Zwar sei die Kommunalwahl auch mit unangenehmen Dingen verbunden gewesen – „aber das habt ihr gut verarbeitet. Und insgesamt hatten wir in Kappeln ein gutes Ergebnis“.